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Was ist ein Berufsbildungswerk und für wen ist es geeignet?

Ein Berufsbildungswerk (BBW) ist eine Einrichtung, die junge Menschen mit Behinderung auf das Berufsleben vorbereitet. Hier findet die Ausbildung in einem geschützten und unterstützenden Rahmen statt – mit dem Ziel, einen anerkannten Berufsabschluss zu erlangen und anschließend auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Was macht ein Berufsbildungswerk besonders?

Berufsbildungswerke unterscheiden sich von einer regulären betrieblichen Ausbildung durch die umfassende Begleitung. Neben der fachlichen Ausbildung gibt es:

  • Sozialpädagogische Begleitung: Unterstützung bei persönlichen Herausforderungen, Alltagsorganisation und sozialen Kompetenzen
  • Therapeutische Angebote: Psychologische Betreuung, Ergotherapie oder andere Therapien je nach Bedarf
  • Stützunterricht: Zusätzliche Förderung in der Berufsschule, wenn Lernstoff Schwierigkeiten bereitet
  • Internatsmöglichkeit: Viele BBW bieten ein Internat an, sodass du vor Ort wohnen und den Alltag in einem strukturierten Umfeld üben kannst
  • Kleine Gruppen: Ausbildung in überschaubaren Gruppengrößen mit individuellem Tempo

Zahlen und Fakten

Bundesweit gibt es 51 Berufsbildungswerke mit über 200 anerkannten Ausbildungsberufen. Die Ausbildung ist praxisnah und dual aufgebaut – das heißt, sie verbindet praktische Arbeit in Werkstätten und Übungsbetrieben mit theoretischem Berufsschulunterricht. Am Ende steht ein regulärer Kammerabschluss (IHK oder HWK), der auf dem Arbeitsmarkt genauso anerkannt ist wie jeder andere Ausbildungsabschluss.

Für wen ist ein BBW geeignet?

Ein Berufsbildungswerk kommt in Frage, wenn:

  • Eine betriebliche Ausbildung aufgrund der Behinderung (noch) nicht möglich ist
  • Zusätzliche sozialpädagogische oder therapeutische Unterstützung während der Ausbildung benötigt wird
  • Ein geschützter Rahmen mit festen Strukturen hilfreich ist
  • Bisherige Versuche einer betrieblichen Ausbildung gescheitert sind
  • Die Berufsfindung noch Unterstützung braucht – viele BBW bieten auch Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) an

Finanzierung

Die Kosten für eine Ausbildung im BBW werden in der Regel von der Agentur für Arbeit oder der Deutschen Rentenversicherung übernommen. Dazu gehören die Ausbildungskosten, die Unterkunft im Internat sowie ein Ausbildungsgeld. Du oder deine Familie müssen die Kosten nicht selbst tragen. Der Antrag läuft über die Reha-Beratung der Agentur für Arbeit.

Wie finde ich das passende BBW?

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke (BAG BBW) bietet auf ihrer Website einen BBW-Finder, mit dem du nach Standort und Ausbildungsberufen suchen kannst. Einige BBW haben sich auf bestimmte Behinderungsarten spezialisiert – es lohnt sich, gezielt nach BBW mit Erfahrung im Bereich Autismus zu suchen.

Kein Nachteil für den Lebenslauf

Der Abschluss im BBW ist ein vollwertiger Kammerabschluss. Im Zeugnis steht nicht, wo die Ausbildung stattgefunden hat. Arbeitgeber sehen nur den Berufsabschluss – genau wie bei einer betrieblichen Ausbildung.

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