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Aktuelles aus dem Elternkreis

Berichte von unseren Treffen, Neuigkeiten und persönliche Erfahrungsberichte rund um das Thema Autismus.

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Treffen & Neuigkeiten

Inklusion

Artikel von filterlos.blog

17.04.2026

April-Treffen – Pick your battles

PDA-Autismus, Schulabsentismus, Geschwisterbeziehungen und die Kunst, sich im Alltag zu entlasten

Am 17. April fand unser monatliches Treffen im „Treff im Lindengarten“ (TiL) in Wismar statt – und wir durften wieder ein neues Mitglied begrüßen. Themen waren PDA-Autismus, Schulabsentismus und Geschwisterbeziehungen. Ein zentraler Gedanke des Abends: Pick your battles. Wenn wir aufhören, um jede Kleinigkeit zu kämpfen, gewinnen wir Energie für die Dinge, die wirklich zählen.

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04.04.2026

Osterspaziergang am Wallensteingraben

Drei Erwachsene, drei Kinder, meterlange Stöcke und kleine Annäherungen in der Natur

Am 4. April haben wir uns zu unserem Osterspaziergang am Wallensteingraben in Moidentin getroffen. Wir waren gut zwei Stunden unterwegs – von der Gedenkstätte bis zum Lostener See. Das Highlight: die Kinder und ihre riesige Sammlung an Stöckern. Besonders schön war zu beobachten, wie sich die Kinder im Laufe des Weges langsam angenähert haben.

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Inklusion 23.03.2026

Das inklusive Mindset – Was es bedeutet und woran es scheitert

Was ein inklusives Mindset bedeutet, welche individuellen und gesellschaftlichen Hürden Inklusion verhindern und wie sie gelingen kann.

Ein inklusives Mindset bedeutet, auf Menschen zuzugehen, die einem fremd sind. Es heißt, ihnen zuzuhören – unabhängig davon, wie sehr ihre Welt von der eigenen abweicht. Inklusion geht weit über die Integration von Menschen mit Behinderungen hinaus: Es geht um eine Gemeinschaft, in der Anderssein als selbstverständlicher Teil des Menschseins verstanden wird.

Dieser umfangreiche Artikel beleuchtet kognitive, emotionale und soziale Barrieren, gesellschaftliche Hürden in Bildung, Sprache und Medien – und zeigt konkrete Wege, wie Inklusion gelingen kann.

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20.03.2026

März-Treffen – Wachstum, Schulabsentismus und politische Vernetzung

Unsere Gruppe wächst – und mit ihr der Mut, gemeinsam etwas zu bewegen

Am 20. März fand unser monatliches Online-Treffen statt – und wir hatten gleich doppelten Grund zur Freude: Zwei neue Mitglieder haben den Weg zu uns gefunden. Damit nähern wir uns der Marke von 30 Eltern in unserem Netzwerk. Was vor nicht allzu langer Zeit als kleine Runde begann, ist zu einer echten Gemeinschaft gewachsen. Das berührt uns sehr.

Inhaltlich haben wir uns an diesem Abend intensiv mit dem Thema Schulabsentismus auseinandergesetzt. Für viele unserer Kinder ist der Schulbesuch keine Selbstverständlichkeit. Die Gründe dafür sind vielfältig: Reizüberflutung, fehlende Rückzugsmöglichkeiten, starre Strukturen, mangelndes Verständnis. Irgendwann sagt der Körper oder die Seele einfach Nein. Als Eltern stehen wir dann zwischen Schulpflicht, Behörden und dem tiefen Wissen, dass unser Kind nicht kann – nicht nicht will.

Dabei wurde auch deutlich, welche schwerwiegenden Folgen der reguläre Schulbetrieb für die psychische Gesundheit von Kindern auf dem Spektrum haben kann. Angststörungen, Erschöpfungszustände, Rückzug, Selbstzweifel – die Liste ist lang und die Geschichten dahinter sind schmerzhaft. Viele Eltern berichteten, wie ihre Kinder sich nach Schultagen kaum noch regulieren können, wie Wutausbrüche und Zusammenbrüche zum Alltag gehören. Schule, die eigentlich ein sicherer Lernort sein sollte, wird für manche Kinder zur täglichen Überforderung.

Neben diesen schweren Themen haben wir aber auch nach vorn geschaut. Wir haben darüber gesprochen, wie wir uns als Gruppe besser organisieren und vernetzen können. Einzeln stoßen wir schnell an Grenzen – gemeinsam haben wir eine Stimme, die gehört werden kann. Wir möchten politisch wirksamer werden: für bessere Schulbegleitung, für flexible Lernorte, für ein Bildungssystem, das unsere Kinder nicht krank macht. Dafür braucht es Struktur, Zusammenhalt und den Willen, sichtbar zu werden.

Dieses Treffen hat uns einmal mehr gezeigt: Wir sind nicht allein. Und je mehr wir werden, desto stärker wird unsere gemeinsame Stimme.

21.11.2025

Unser erstes Online-Treffen im ASS-Elternkreis NWM

Neue Möglichkeiten für Eltern, die nicht vor Ort sein können

Am 21. November fand unser erstes Online-Treffen des ASS-Elternkreis Nordwestmecklenburg statt. Die Idee dahinter war einfach: Eltern erreichen, die zu weit von Wismar entfernt wohnen oder aus anderen Gründen nicht persönlich im Till ein Treffen besuchen können. Viele von uns begleiten ihre autistischen Kinder rund um die Uhr. Für pflegende Eltern ist es oft nicht möglich, das Haus zu verlassen. Genau deshalb wollten wir einen niedrigschwelligen Raum schaffen, in dem Austausch trotzdem möglich ist.

Insgesamt waren wir sieben Teilnehmende. Wir haben uns sehr gefreut, erneut zwei neue Mitglieder begrüßen zu dürfen und gleichzeitig viele vertraute Gesichter wiederzusehen. Die Mischung aus neuen Perspektiven und bekannten Stimmen hat sich richtig gut angefühlt.

Ein Schwerpunkt des Abends war das Thema Schule. Viele unserer Kinder kämpfen im Regelschulbetrieb. Die Umgebung ist oft zu laut und voller Reize. Lehrkräfte haben häufig wenig Wissen über autistische Bedürfnisse oder können ihnen aufgrund von Strukturen und Vorgaben nicht ausreichend nachkommen. Dazu kommt, dass Schulabsentismus schnell zum großen Thema wird. Eltern stehen dann zwischen Schulamt, Schule und dem Bedürfnis, ihr Kind zu schützen. Das kostet Kraft.

Besonders schwierig ist es nach wie vor, in Nordwestmecklenburg passende Lernorte zu finden. Trotzdem hat der Austausch gezeigt, wie wertvoll es ist, miteinander zu sprechen. Zuhören hilft. Verstanden werden hilft. Und manchmal passiert etwas, das noch lange nachwirkt. Als ein Mitglied am Ende des Treffens einem anderen ganz selbstverständlich Unterstützung angeboten hat, wurde spürbar, worum es in unserer Selbsthilfegruppe geht. Gemeinschaft trägt.

Wir nehmen aus diesem ersten Online-Treffen viel mit und freuen uns schon auf das nächste Mal.

17.10.2025

Oktober 2025: Unser Treffen der Selbsthilfegruppe Autismus Wismar

Neue Gesichter, vielfältige Erfahrungen und wichtige Themen

Beim Treffen unserer Selbsthilfegruppe Autismus Wismar im Oktober konnten wir gleich fünf neue Mitglieder begrüßen. Das war ein besonderer Moment für uns. So viele neue Eltern auf einmal – das hat uns wirklich gefreut. Unsere Gruppe wächst weiter, und mit jedem Treffen wird sie bunter und lebendiger.

Unter den neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren Eltern von autistischen Kindern im Grundschulalter, aber auch von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Autismus. Diese Vielfalt zeigt, wie unterschiedlich der Alltag mit Autismus aussehen kann – je nachdem, in welcher Lebensphase sich das Kind oder der junge Mensch befindet.

Auch die Themen des Abends waren so vielseitig wie die Familien selbst. Es ging um den oft langen und kräftezehrenden Weg zur Autismus-Diagnose. Viele Eltern berichteten, wie schwierig es ist, frühe Anzeichen richtig einzuordnen und Fachkräfte zu finden, die wirklich verstehen, was Autismus bedeutet.

Besonders bewegend war der Austausch über Autismus und Freundschaft. Viele Eltern sprachen über den Wunsch ihrer Kinder, Freundschaften zu schließen, und die damit verbundenen Herausforderungen. Hier wurde deutlich, wie wichtig es ist, soziale Beziehungen von Kindern mit Autismus bewusst zu begleiten und passende Unterstützungsangebote zu schaffen.

Auch der Übergang ins Erwachsenenleben war Thema: Ausbildung, Studium oder betreutes Wohnen – viele Eltern junger Erwachsener mit Autismus beschäftigen sich mit der Frage, wie Selbstständigkeit gelingen kann. Der Austausch darüber war ehrlich, unterstützend und sehr hilfreich.

Wir haben gespürt, wie viel Vertrauen in unserer Gruppe gewachsen ist. Niemand musste sich erklären. Jede Erfahrung durfte geteilt werden – ob es um Schulprobleme, Sorgen im Alltag oder schöne Fortschritte ging. Genau dafür ist die Selbsthilfegruppe Autismus Wismar da.

Im November wagen wir etwas Neues: Zum ersten Mal wird unser Treffen zusätzlich als Videokonferenz stattfinden. Damit wollen wir noch mehr Eltern erreichen, die aus verschiedenen Gründen nicht persönlich vor Ort sein können. Wir hoffen, dass dieses neue Format vielen den Einstieg erleichtert.

Wenn du selbst Mutter oder Vater eines Kindes mit Autismus bist – ob noch klein, Teenager oder schon erwachsen – bist du bei uns herzlich willkommen. Schreib uns oder komm einfach dazu. Unsere Treffen bieten Raum für alles, was Eltern autistischer Kinder bewegt.

„Niemand von uns ist so klug wie wir alle zusammen.“ – Ken Blanchard

13.05.2025

Erstes Treffen unserer Selbsthilfegruppe für Eltern mit autistischen Kindern

Ein gelungener Start im TiL Wismar

Die großzügigen Räumlichkeiten im TiL Wismar boten ausreichend Platz, sodass sich alle Teilnehmenden von Anfang an wohlfühlen konnten. Bereits beim Eintreffen war eine offene, vertrauensvolle Atmosphäre spürbar. Es fiel leicht, mit anderen betroffenen Eltern in den Austausch zu kommen – man hatte sofort das Gefühl verstanden zu werden.

Besonders wertvoll war der Moment, als wir bemerkten: Viele Eltern machen ähnliche Erfahrungen. Der Austausch über Sorgen, Herausforderungen und Hoffnungen im Zusammenhang mit Autismus schuf eine starke Verbundenheit.

Die zwei Stunden Elterntreffen vergingen wie im Flug – wir hätten noch stundenlang weiterreden können. Der offene Dialog, das gegenseitige Zuhören und die ehrliche Kommunikation taten allen sichtlich gut.

Leben mit Autismus in Wismar: Herausforderungen und Hilfe durch Selbsthilfegruppen

Ein ehrlicher Einblick aus Elternsicht

Wismar ist eine schöne Hansestadt mit Geschichte, kurzen Wegen und viel Gemeinschaft. Wer hier lebt, spürt schnell die Nähe zur Natur und den Charme der alten Gassen. Für viele Familien ist das ein Ort zum Ankommen. Doch wenn man ein Kind mit Autismus hat, sieht der Alltag oft ganz anders aus.

Wir, die betroffen sind, kennen diese Realität. Wir wissen, wie es sich anfühlt, mit einem Kind mit Autismus in Wismar zu leben. Und wir möchten zeigen, wie wichtig eine Selbsthilfegruppe Autismus Wismar sein kann.

In einer Stadt wie Wismar kennt man sich. Das kann schön sein, aber auch anstrengend. Wenn ein Kind in der Öffentlichkeit auffällt, weil es schreit, sich weigert oder sich auf den Boden legt, bleiben die Blicke nicht aus. Viele Menschen meinen es nicht böse, aber sie verstehen oft nicht, was los ist. Und dann kommen Sätze wie: „Der braucht einfach mal klare Ansagen.“

Fachliche Unterstützung ist schwer zu finden. Ergotherapie, Diagnostik oder Autismusberatung gibt es oft erst in Schwerin oder Rostock. Das bedeutet lange Fahrten und Wartezeiten. In der Schule fehlen erfahrene Fachkräfte. Vieles muss man sich als Eltern selbst zusammensuchen.

Genau hier hilft eine Selbsthilfegruppe für Autismus in Wismar. In unserer Gruppe begegnen sich Eltern auf Augenhöhe. Niemand muss sich erklären. Niemand muss sich schämen. Wir sprechen ehrlich über das, was uns im Alltag beschäftigt. Manchmal ist es der Streit mit dem Jugendamt. Manchmal ein Erfolgserlebnis in der Schule. Oft einfach nur das Gefühl, verstanden zu werden.

In der Gruppe entstehen Kontakte, die helfen. Jemand kennt eine gute Therapeutin. Jemand weiß, welcher Kinderarzt zuhört. Jemand hat Erfahrung mit Anträgen. Und manchmal ist da einfach jemand, der sagt: „Du bist nicht allein.“

Auch wenn vieles schwer ist, hat das Leben mit Autismus in Wismar seine guten Seiten. Die Stadt ist ruhig, der Verkehr hält sich in Grenzen, und es gibt viele Orte, an denen man durchatmen kann. Ein Spaziergang am Wasser oder eine ruhige Ecke im Park tun oft mehr als jedes Therapiezimmer.

Wenn man Menschen gefunden hat, die einem wohlgesonnen sind, dann hält diese Verbindung oft lange. Manche Lehrkräfte oder Erzieherinnen wachsen mit den Kindern mit. Diese Beziehungen machen einen großen Unterschied.

Die Selbsthilfegruppe Autismus Wismar ist kein Wunderheilmittel. Aber sie ist ein Anfang. Ein Ort zum Reden, Zuhören und Kraft tanken. Ein Netzwerk, das Halt gibt. Ein Platz, an dem man mit allem da sein darf, was man gerade trägt.

Wenn du selbst betroffen bist oder jemanden kennst, der Unterstützung sucht: Komm gern vorbei. Schreib uns. Unsere Gruppe trifft sich regelmäßig und freut sich über neue Gesichter.

„Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ein Erfolg.“ – Henry Ford

Artikel von

filterlos.blog

Persönliche Erfahrungsberichte, ursprünglich veröffentlicht auf filterlos.blog

27. September 2025

Falschinformationen über Autismus zerstören Leben!

Gestern habe ich auf Instagram ein Reel gesehen: Barack Obama spricht darin über die Lügen von Trump, Kennedy und Co., die behaupten, Paracetamol verursache Autismus. Er warnt vor den gefährlichen Konsequenzen solcher Falschmeldungen – für Betroffene und vor allem für Eltern, die dadurch verunsichert werden.

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20. September 2025

Wie Angst das Lernen bei Autismus blockiert

Ich bin nicht autistisch. Ich maße mir nicht an, zu behaupten, dass ich weiß, wie es ist. Was ich versuche, ist lediglich zu beschreiben, wie ich es wahrnehme. Damit ich es besser nachvollziehen kann, versetze ich mich in die Perspektive meines Sohnes.

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30. Mai 2025

Autismus ist politisch – und wir müssen mehr darüber reden

In den Medien häufen sich gerade wieder die Schlagzeilen: „Die Inklusion an Berliner Schulen ist gescheitert.“ Gleichzeitig lese ich in Elternchats, wie Familien verzweifeln, weil sie keinen Diagnoseplatz für ihr Kind finden. Es reicht nicht mehr, nur unser Verhalten zu reflektieren.

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23. April 2025

Empathieproblem – Warum ich am falschen Ende Mitgefühl hatte

Wir hatten als Familie ein wunderschönes Wochenende. Am Sonntagabend überkam mich vollkommene Dankbarkeit. Doch am Montag folgte ein Tag zum Vergessen. Und ich erkannte: Ich hatte einen entscheidenden Denkfehler gemacht.

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16. April 2025

Die drei Grundregeln im Umgang mit Autisten

Ich lese gerade das Buch „Der Junge, der zu viel fühlte“ von Lorenz Wagner. Eine Expertin gibt darin drei einfache Regeln für den Umgang mit Autisten. Sie sind leicht zu verstehen, universell anwendbar und vor allem für Erwachsene ein klarer Kompass.

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