Während Meltdowns nach außen explodieren, ist ein Shutdown das Gegenteil: Eine Implosion nach innen. Das Kind "schaltet ab" und zieht sich zurück. Shutdowns sind oft weniger sichtbar, aber genauso belastend.
Was ist ein Shutdown?
Ein Shutdown ist eine Schutzreaktion des Nervensystems auf Überlastung. Statt nach außen zu reagieren, fährt der Körper herunter - Ähnlich wie ein Computer, der Überhitzt.
Wie kann ein Shutdown aussehen?
- Das Kind spricht nicht mehr oder nur einsilbig
- Leerer Blick, "abwesend" wirken
- Bewegungslosigkeit oder extreme Verlangsamung
- Rückzug unter Tische, Decken, in Ecken
- Zusammenrollen oder festen Druck suchen
- Keine Reaktion auf Ansprache
- Extreme Müdigkeit
Unterschied zwischen Meltdown und Shutdown
| Meltdown | Shutdown |
|---|---|
| Explosion nach außen | Implosion nach innen |
| Laut, aktiv, sichtbar | Still, passiv, oft Übersehen |
| Schreien, Weinen, Bewegung | Schweigen, Erstarren, Rückzug |
| Wird oft als Problem erkannt | Wird oft Übersehen oder missverstanden |
Weil Shutdowns leise ablaufen, werden sie oft Übersehen. "Das Kind ist ja ruhig" heisst nicht, dass es ihm gut geht. Shutdowns sind genauso belastend wie Meltdowns und erfordern genauso viel Erholung.
Was tun bei einem Shutdown?
Während des Shutdowns
- Akzeptieren: Das Kind braucht diesen Rückzug
- Reize minimieren: Ruhe, gedämpftes Licht, wenig Menschen
- Nicht bedrängen: Keine Fragen, keine Forderungen
- Präsent bleiben: In der Nähe sein, aber nicht aufdringlich
- Sicherheit bieten: Decke, Kuscheltier, vertraute Gegenstände
- Zeit geben: Es kann daürn - Geduld
Was Sie NICHT tun sollten
- Das Kind zwingen zu sprechen oder zu reagieren
- Fragen stellen
- Anfassen ohne Erlaubnis
- Vorwürfe machen ("Jetzt sei nicht so!")
- So tun als wäre alles normal
Nach dem Shutdown
- Die Erholung kann lange dauern - Stunden bis Tage
- Bieten Sie sanft Wasser oder Essen an
- Lassen Sie das Kind entscheiden, wann es bereit ist
- Kein "Nacharbeiten" der Situation nötig
- Analysieren Sie für sich, was zum Shutdown führte
Prävention
- Warnzeichen früh erkennen (Rückzug, weniger Sprechen)
- Regelmässige Pausen im Alltag einbauen
- Rückzugsorte zur Verfügung stellen
- Tagesbelastung im Blick behalten
- Dem Kind Möglichkeiten geben, sich zu regulieren
Manche Kinder erleben sowohl Meltdowns als auch Shutdowns - manchmal abhängig von der Situation oder wie erschöpft sie bereits sind. Lernen Sie beide Reaktionsmuster Ihres Kindes kennen.