Ein Meltdown ist kein Wutanfall und keine bewusste Verhaltensweise. Es ist eine unwillkürliche Reaktion auf Überlastung - vergleichbar mit einem "Nervenzusammenbruch" durch zu viele Reize oder Anforderungen.
Was ist ein Meltdown?
Ein Meltdown ist ein psychischer Ausnahmezustand, der entsteht, wenn die Belastungsgrenze Überschritten wird. Das Nervensystem ist Überfordert und reagiert mit einem unkontrollierbaren Ausbruch.
Wie kann ein Meltdown aussehen?
- Schreien, Weinen, Kreischen
- Um-sich-Schlagen, Treten
- Sich selbst verletzen (Kopf schlagen, beissen)
- Gegenstände werfen oder zerstören
- Auf den Boden werfen
- Extreme Verzweiflung
Ein Meltdown ist KEINE absichtliche Verhaltensweise. Das Kind hat keine Kontrolle darüber. Es ist ein Ausdruck extremer Überforderung und Verzweiflung - niemals Manipulation oder "schlechtes Benehmen".
Unterschied zum Wutanfall
| Meltdown | Wutanfall |
|---|---|
| Unkontrollierbar | Gewisses Mass an Kontrolle |
| Kein Publikum nötig | Oft publikumsorientiert |
| Endet nicht durch "Erfolg" | Endet oft, wenn Ziel erreicht |
| Extreme Erschöpfung danach | Schnelle Erholung möglich |
Was löst Meltdowns aus?
- Sensorische Überladung: Zu viele Geräusche, Gerüche, visuelle Reize
- Emotionale Überforderung: Zu viele Eindrücke, Gefühle
- Unerwartete Veränderungen: Planänderungen, Überraschungen
- Soziale Erschöpfung: Zu viel Interaktion
- Kumulation: Viele kleine Stressoren über den Tag
Was tun während eines Meltdowns?
Sofortmassnahmen
- Ruhe bewahren: Ihre Ruhe hilft Ihrem Kind
- Sicherheit gewährleisten: Entfernen Sie gefährliche Gegenstände
- Reize reduzieren: Lichter dimmen, Musik aus, Menschen wegschicken
- Wenig sprechen: Worte können zusätzlich belasten
- Körperkontakt nur wenn gewünscht: Manche Kinder wollen gehalten werden, andere nicht
- Stimming erlauben: Niemals unterdrucken!
Was Sie NICHT tun sollten
- Schimpfen, strafen oder drohen
- An die Vernunft appellieren
- Fragen stellen
- Festhalten gegen den Willen
- Ignorieren oder alleine lassen
Nach dem Meltdown
- Geben Sie Zeit zur Erholung (kann Stunden dauern)
- Bieten Sie Wasser oder einen Snack an
- Sprechen Sie nicht sofort über das Geschehene
- Zeigen Sie, dass Sie weiterhin liebevoll da sind
- Analysieren Sie später (nicht mit dem Kind), was der Auslöser war
Lernen Sie die Warnzeichen Ihres Kindes kennen und greifen Sie früh ein. Frühe Anzeichen könnten sein: zunehmende Unruhe, Rückzug, Stimming-Zunahme, Veränderung der Stimme. Dann: Reize reduzieren, Pause anbieten, Situation verlassen.