Start Vorschule Frage 7

Wie erkläre ich Erziehern und anderen Eltern den Autismus meines Kindes?

Über den Autismus Ihres Kindes zu sprechen kann herausfordernd sein. Sie entscheiden selbst, wem Sie was erzählen. Hier finden Sie Unterstützung für verschiedene Situationen.

Grundsätzliche Überlegungen

  • Sie bestimmen: Es ist Ihre Entscheidung, ob und wie viel Sie teilen
  • Schutz der Privatsphäre: Nicht jeder muss alles wissen
  • Nutzen abwägen: Was bringt die Information in dieser Situation?
  • Würde Ihres Kindes: Achten Sie darauf, respektvoll zu sprechen

Gespräch mit Erziehern und pädagogischen Fachkräften

Hier ist Offenheit meist sinnvoll, damit Ihr Kind gut unterstützt werden kann:

Was Sie teilen könnten

  • Die Diagnose und was sie bedeutet
  • Individuelle Stärken Ihres Kindes
  • Konkrete Bedürfnisse und was hilft
  • Mögliche Auslöser für Stress
  • Wie Meltdowns/Shutdowns aussehen und wie man reagiert
  • Sensorische Besonderheiten

Praktische Tipps

  • Bitten Sie um ein ruhiges Gespräch ohne Zeitdruck
  • Bereiten Sie Informationsmaterial vor (z.B. vom Bundesverband)
  • Bleiben Sie im regelmäßigen Austausch
  • Bieten Sie Ihre Expertise an - Sie kennen Ihr Kind am besten
💡 Steckbrief erstellen

Erstellen Sie einen kurzen "Steckbrief" für Ihr Kind mit den wichtigsten Informationen: Was mag es, was stresst es, was hilft in schwierigen Situationen. So haben Betreuungspersonen schnell einen Überblick.

Gespräch mit anderen Eltern

Hier können Sie wählerischer sein:

Mögliche Formulierungen

  • "Mein Kind nimmt die Welt etwas anders wahr als andere Kinder."
  • "Er/sie ist autistisch - das bedeutet, manche Situationen sind herausfordernder."
  • "Laute Umgebungen sind für mein Kind sehr anstrengend."
  • "Er/sie braucht manchmal Pausen und Rückzug, das ist völlig okay."

Umgang mit Vorurteilen

Leider gibt es noch viele Missverständnisse über Autismus. Mögliche Reaktionen:

  • "Autismus sieht bei jedem anders aus. Mein Kind ist nicht wie im Film."
  • "Es ist keine Erziehungssache, sondern eine neurologische Besonderheit."
  • "Ich teile gerne Informationen, wenn Sie mehr wissen möchten."
  • Oder auch einfach: Nicht reagieren und weitergehen.

Aufklärung der anderen Kinder

Kinder gehen oft unbefangener mit Unterschieden um:

  • Einfache, altersgerechte Erklärungen
  • "Jeder Mensch ist anders. Manche brauchen eine Brille, manche eine Hörgerät, und [Name] braucht manchmal mehr Ruhe."
  • Fokus auf Gemeinsamkeiten und Stärken
  • Kinderbücher zum Thema können helfen

Wenn Sie sich nicht outen möchten

Es ist völlig legitim, nicht überall offen über die Diagnose zu sprechen. Sie können auch:

  • Nur spezifische Bedürfnisse erwähnen ohne Diagnose
  • "Er/sie ist sensorisch empfindlich"
  • "Veränderungen fallen ihr/ihm schwer"
  • Gar nichts sagen