Über den Autismus Ihres Kindes zu sprechen kann herausfordernd sein. Sie entscheiden selbst, wem Sie was erzählen. Hier finden Sie Unterstützung für verschiedene Situationen.
Grundsätzliche Überlegungen
- Sie bestimmen: Es ist Ihre Entscheidung, ob und wie viel Sie teilen
- Schutz der Privatsphäre: Nicht jeder muss alles wissen
- Nutzen abwägen: Was bringt die Information in dieser Situation?
- Würde Ihres Kindes: Achten Sie darauf, respektvoll zu sprechen
Gespräch mit Erziehern und pädagogischen Fachkräften
Hier ist Offenheit meist sinnvoll, damit Ihr Kind gut unterstützt werden kann:
Was Sie teilen könnten
- Die Diagnose und was sie bedeutet
- Individuelle Stärken Ihres Kindes
- Konkrete Bedürfnisse und was hilft
- Mögliche Auslöser für Stress
- Wie Meltdowns/Shutdowns aussehen und wie man reagiert
- Sensorische Besonderheiten
Praktische Tipps
- Bitten Sie um ein ruhiges Gespräch ohne Zeitdruck
- Bereiten Sie Informationsmaterial vor (z.B. vom Bundesverband)
- Bleiben Sie im regelmäßigen Austausch
- Bieten Sie Ihre Expertise an - Sie kennen Ihr Kind am besten
💡 Steckbrief erstellen
Erstellen Sie einen kurzen "Steckbrief" für Ihr Kind mit den wichtigsten Informationen: Was mag es, was stresst es, was hilft in schwierigen Situationen. So haben Betreuungspersonen schnell einen Überblick.
Gespräch mit anderen Eltern
Hier können Sie wählerischer sein:
Mögliche Formulierungen
- "Mein Kind nimmt die Welt etwas anders wahr als andere Kinder."
- "Er/sie ist autistisch - das bedeutet, manche Situationen sind herausfordernder."
- "Laute Umgebungen sind für mein Kind sehr anstrengend."
- "Er/sie braucht manchmal Pausen und Rückzug, das ist völlig okay."
Umgang mit Vorurteilen
Leider gibt es noch viele Missverständnisse über Autismus. Mögliche Reaktionen:
- "Autismus sieht bei jedem anders aus. Mein Kind ist nicht wie im Film."
- "Es ist keine Erziehungssache, sondern eine neurologische Besonderheit."
- "Ich teile gerne Informationen, wenn Sie mehr wissen möchten."
- Oder auch einfach: Nicht reagieren und weitergehen.
Aufklärung der anderen Kinder
Kinder gehen oft unbefangener mit Unterschieden um:
- Einfache, altersgerechte Erklärungen
- "Jeder Mensch ist anders. Manche brauchen eine Brille, manche eine Hörgerät, und [Name] braucht manchmal mehr Ruhe."
- Fokus auf Gemeinsamkeiten und Stärken
- Kinderbücher zum Thema können helfen
Wenn Sie sich nicht outen möchten
Es ist völlig legitim, nicht überall offen über die Diagnose zu sprechen. Sie können auch:
- Nur spezifische Bedürfnisse erwähnen ohne Diagnose
- "Er/sie ist sensorisch empfindlich"
- "Veränderungen fallen ihr/ihm schwer"
- Gar nichts sagen