Start Vorschule Frage 20

Wie gehe ich mit meiner eigenen Erschöpfung und Überforderung um?

Die Betreuung eines autistischen Kindes ist oft intensiver als bei neurotypischen Kindern. Elterliche Erschöpfung ist real, häufig und verdient Anerkennung - keine Schuldgefhle.

Warum Eltern erschöpft sind

  • Ständige Wachsamkeit: Vorausschauend Krisen verhindern
  • Schlafmangel: Viele autistische Kinder schlafen schlecht
  • Emotionale Arbeit: Ständiges Regulieren und Unterstützen
  • Soziale Isolation: Weniger Spontanität, mehr Planung nötig
  • Bürokratie: Anträge, Termine, Kämpfe ums System
  • Mangelndes Verständnis: Von Familie und Umfeld
⚠ Ihre Erschöpfung ist real

Eltern autistischer Kinder haben nachweislich höhere Stresslevel als Eltern neurotypischer Kinder. Das ist keine Schwäche, sondern eine Realität. Sie verdienen Unterstützung.

Warnzeichen erkennen

  • Dauermüdigkeit trotz Schlaf
  • Reizbarkeit und kurze Zündschnur
  • Gefühl der Hoffnungslosigkeit
  • Körperliche Symptome (Kopfschmerzen, Verspannungen)
  • Rückzug von Freunden und Aktivitäten
  • Vernachlässigung eigener Bedürfnisse

Was Sie tun können

Kurzfristig

  • Kleine Auszeiten nehmen, auch nur 10 Minuten
  • Um Hilfe bitten - konkret und spezifisch
  • Nein sagen zu zusätzlichen Anforderungen
  • Basics: Essen, Trinken, frische Luft

Langfristig

  • Entlastung organisieren: FED, Verhinderungspflege nutzen
  • Aufgaben teilen: Partner, Familie, Freunde einbinden
  • Regelmässige Auszeiten: Feste Termine für sich selbst
  • Austausch: Mit anderen Eltern sprechen
  • Professionelle Hilfe: Therapie, Beratung, Reha

Ansprüche kennen und nutzen

  • Entlastungsbetrag (125 Euro/Monat bei Pflegegrad)
  • Verhinderungspflege (1.612 Euro/Jahr)
  • Mutter-/Vater-Kind-Kur (auch mit behindertem Kind)
  • Familienentlastender Dienst
  • Kurzzeitpflege
💡 Kur für Eltern

Eine Mutter-Kind-Kur oder Vater-Kind-Kur ist eine medizinische Leistung der Krankenkasse. Es gibt Kliniken, die auf Familien mit autistischen Kindern spezialisiert sind. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Umgang mit Schuldgefühlen

Viele Eltern fühlen sich schuldig, wenn sie:

  • Zeit für sich brauchen
  • Erschöpft oder Überfordert sind
  • Manchmal nicht geduldig sein können
  • Nicht alles perfekt machen

Sie sind genug. Perfekte Eltern gibt es nicht. Gute-genug-Eltern, die auf sich achten, sind für ihr Kind langfristig die beste Unterstützung.

Professionelle Hilfe

Scheuen Sie sich nicht, Hilfe zu suchen:

  • Psychotherapie (bei Burnout, Depression, Angst)
  • Familienberatung
  • Eltern-Coaching
  • Selbsthilfegruppen