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Teenager

Welche Praktikums- und Ausbildungsmöglichkeiten gibt es?

Der Übergang von der Schule in die Berufswelt ist für Jugendliche im Autismus-Spektrum ein besonders wichtiger Lebensabschnitt. Die gute Nachricht: Es gibt heute deutlich mehr Möglichkeiten und Unterstützungsangebote als noch vor wenigen Jahren. Entscheidend ist, frühzeitig die passende Form zu finden – abgestimmt auf die individuellen Stärken und Bedürfnisse Ihres Kindes.

Ausbildungswege im Überblick

  • Regelausbildung mit Nachteilsausgleich: Viele Jugendliche im Spektrum können eine ganz reguläre Ausbildung absolvieren. Durch Nachteilsausgleiche wie verlängerte Prüfungszeiten, reizarme Prüfungsräume oder schriftliche statt mündliche Aufgaben wird Chancengleichheit hergestellt.
  • Berufsbildungswerk (BBW): Spezialisierte Einrichtungen wie die Paulinenpflege Winnenden oder das SRH BBW Neckargemünd bieten Ausbildungen mit autismusspezifischer Begleitung. Dort gibt es geschulte Fachberater, Auszeiträume bei Reizüberflutung, beruhigte Essbereiche und therapeutische Unterstützung während der gesamten Ausbildungszeit.
  • Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB): Wer noch unsicher ist, kann in einer BvB verschiedene Berufsfelder über mehrere Wochen ausprobieren und herausfinden, welche Arbeit den eigenen Fähigkeiten und Neigungen entspricht.
  • Theoriereduzierte Ausbildung: Fachpraktiker-Ausbildungen bieten einen praxisorientierten Einstieg mit reduzierten theoretischen Anforderungen – etwa als Fachpraktiker für Lagerlogistik, Küche oder Holzverarbeitung.

Praktika und Berufsorientierung

  • Schnupperpraktika: Viele BBWs bieten einwöchige Schnupperpraktika an, bei denen Schüler in Berufsfelder reinschnuppern und den Alltag in einem Berufsbildungswerk kennenlernen können.
  • Begleitete Betriebspraktika: Bei der verzahnten Ausbildung (VAmB) arbeiten Jugendliche mindestens sechs Monate direkt in Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarkts – mit fachlicher Begleitung durch das BBW.
  • Arbeitserprobungen: In Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit können mehrwöchige Erprobungen im Wunschberuf stattfinden, bei denen Fähigkeiten und Belastbarkeit beurteilt werden.

Unterstützung während der Ausbildung

Spezialisierte Einrichtungen bieten weit mehr als nur fachliche Ausbildung. Dazu gehören einzeltherapeutische Gespräche, soziales Kompetenztraining in Gruppen, Musiktherapie und der bewährte TEACCH-Ansatz zur Strukturierung des Alltags. Auch die Ausbilder werden autismusspezifisch geschult, sodass sie auf individuelle Bedürfnisse eingehen können.

💡 Tipp

Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zur Berufsberatung der Agentur für Arbeit auf – idealerweise schon ab der 8. Klasse. Dort wird gemeinsam geklärt, welche Ausbildungsform und welche Unterstützungsleistungen für Ihr Kind infrage kommen.

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